Emotionen: wie man Freunde mit ihnen macht.

Emotionale Intelligenz

Heutzutage - speziell während Korona-Pandemie - erleben viele Menschen negative Emotionen. Lass uns darüber reden, wie man Emotionen besser versteht und wie man lernt sie zu regulieren.

Womit helfen und unsere Emotionen

WUT

Emotionen spielen eine sehr wichtige Rolle im Leben. Sie schmücken unser Leben, aber nicht nur das – sie geben uns außerdem wichtige Informationen darüber, was in uns passiert. Sie helfen uns dabei, ein optimales Verhalten zu wählen.

Hier kann so manch einer widersprechen: welchen Nutzen geben die Emotionen? Sie stören uns doch nur dabei, rational zu denken und zu handeln! Sie verwirren uns, lassen uns vor Wut explodieren, sie lassen uns mürrisch werden, wen wir Geduld zeigen müssen,  usw.

 

All dies ist wahr und nicht wahr. Emotionen, wie alles in unserem Leben, haben eine positive und negative Seite. Ihre negative Seite ist besonders ausgeprägt, wenn wir nicht verstehen, was Emotionen uns zu vermitteln versuchen.

 

Psychologen sind überzeugt, dass die Hauptfunktion von Emotionen darin besteht, sich an Umweltveränderungen anzupassen und so schnell wie möglich ein effektives Verhalten auszuwählen. Deshalb ziehen potentiell gefährliche Ereignisse sofort unsere Aufmerksamkeit auf sich. Beispiel: wir gehen im Wald spazieren. Plötzlich bemerken wir eine Schlange und springen vor Angst zur Seite. Guck mal: uff, das war ein Stock... haben wir uns dumm verhalten? Nein! In diesem Fall ist es besser, überzureagieren und sicher zu sein. Wenn es wirklich eine giftige Schlange gewesen wäre, dann würde unsere Angst uns das Leben retten.

Emotionen geben uns also Informationen über Veränderungen in der Umwelt.

Angst sagt uns: Vorsicht, Gefahr! Wut warnt: es gibt ein Hindernis auf dem Weg zu euren Zielen! Traurigkeit flüstert: es ist sinnlos durchzuhalten, du wirst nicht zurückkommen...

 

Unsere Aufgabe ist es, die Informationen durch Emotionen zu verstehen und sie richtig zu nutzen. In diesem Fall werden Emotionen unsere Helfer, nicht unser Gegner.

Jede Emotion trägt also nützliche Informationen und trägt zu einer bestimmten Art von Verhalten bei. Dies bedeutet, dass es keine «schlechten» Emotionen gibt. Alle Emotionen sind nützlich, sowohl negative als auch positive.

 

Seine Emotionen zu ignorieren ist schädlich, so als ob man seine Probleme ignorieren würde. Wenn einer Probleme bei der Arbeit hat und sie abwinkt, wachsen sie später zu größeren Problemen... Das gleiche gilt für die Emotionen. Wenn wir Wut und Angst ignorieren, werden auch wichtige Informationen über potenzielle Gefahren oder Hindernisse nicht wahrgenommen.

 

In unseren nächsten Berichten werden wir über bestimmte Emotionen reden: was sie bedeuten, welche Vor- und Nachteile sie uns bringen und wie man sie besser behandeln kann.

WUT

Heute werde ich über eine der drei häufigsten Emotionen sprechen – über die Wut. Was man darunter versteht, was man damit tut, und wie man ihre Intensität und ihre negativen Auswirkungen reduzieren kann.

 

Wut gibt uns die Information:  ich kann mein Ziel nicht erreichen, mit mir oder mit meinen Lieben wird unfair umgegangen.

 

Der Trend zum Handeln:  s wird versucht das Hindernis zu überwinden, Gerechtigkeit wiederherzustellen und die Schuldigen anzugreifen. Menschen, die wütend sind, neigen dazu, andere Menschen für das Geschehene verantwortlich zu machen oder die äußeren Umstände zu beschuldigen. Wut kann auch gegen sich selbst gerichtet werden.

 

Die Vorteile von Wut: sie hilft einem das Ziel zu erreichen, gibt uns Kraft, ein Gefühl der Kontrolle über die Situation und drängt uns zum Handeln.

 

Nachteile der Wut: sie kann destruktiv sein, wenn Ihre Manifestation übermäßig ist und nicht kontrolliert wird.

 

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern: Wut drängt uns dazu andere zu beschuldigen. Wenn wir wütend sind, ist es sehr wichtig, die richtige Ursache der Wut zu verstehen. Man sollte versuchen, die zerstörende Kraft dieser Emotion nicht auf andere Menschen zu übertragen, die nichts damit zu tun haben. Außerdem denkt man, dass die andere etwas gegen uns persönlich haben, was aber nicht immer der Realität entspricht.  Der Täter könnte unbewusst, mit seinen Worte oder Handlungen unsere Wut verursacht haben oder uns Probleme gemacht haben.

 

Was man mit der Wut tun kann: wenn Sie starke Wut fühlen, besprechen Sie das Problem nicht direkt, sondern warten sie, bis die Wut nachlässt. Wenn das Gespräch nicht verschoben werden kann, dann beschuldigen Sie die andere Person nicht, sondern sprechen Sie über ihre Worte oder Handlungen, die Sie verärgert haben. Vermeiden Sie die Worte: Es ist deine Schuld! Das Problem ist wegen dir passiert! Es lohnt sich zu sagen: Wenn du das tust / sagst, ärgert mich das. Zum Beispiel: weil der Brief nicht rechtzeitig gesendet wurde, schickte der Kunde eine Beschwerde, und ich erhielt einen Aufschlag. Oder ein anderes Beispiel: wegen deiner Verspätung ist Oma verärgert.

 

Das Ziel: nicht die Persönlichkeit des Menschen zu kritisieren, sondern sein Verhalten.

 

So reduzieren Sie Wut: um sich zu beruhigen, machen Sie eine Atemübung, lenken Sie sich ab (machen Sie eine z.B. eine kleine Meditationsübung, wechseln Sie zu anderen Gedanken, sprechen Sie mit einem Kollegen oder Freund) oder versuchen Sie, die Situation zu verstehen, indem Sie sich folgende Fragen stellen: wie ernst ist die Situation? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person absichtlich gehandelt hat? Warum haben Sie so scharf reagiert?

 

ANGST

Die zweite der drei wichtigsten Emotionen ist die Angst.

Sie gibt uns die Information: Gefahr!

 

Der Trend zum Handeln: Gefahr vermeiden, verstecken, weglaufen, oder sich verteidigen.

 

Der Nutzen der Angst: rettet uns das Leben, weil es uns zwingt, gefährliche Situationen zu vermeiden. In Einzelfällen gibt sie uns zusätzliche Kraft, um die Gefahr zu bewältigen.

 

Schaden der Angst: wenn die Angst zu stark oder unkontrolliert ist, kann Sie zu rücksichtslosen und schädlichen Handlungen führen. Manchmal wirkt die Angst auch lähmend.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern: wenn wir Angst haben, kann diese uns in eine sichere Situation bringen. Diese Emotion lässt uns denken, dass Gefahr überall ist, aber in den meisten Fällen ist es nur eine Illusion. Daher ist es sehr wichtig, die Ursache der Angst zu bestimmen und abzuwägen, ob diese Situation wirklich gefährlich ist. Dies hilft uns diese Emotion nicht auf andere Lebenssituationen zu übertragen.

 

Wie man mit Angst umgeht: Den vertrauten Menschen von seiner Angst erzählen und versuchen zu beurteilen, wie wahrhaftig das Risiko ist. Gemeinsam nach einer Lösung suchen, wie man reale Gefahren verringern könnte. Darüber nachdenken, wie man solche beängstigenden oder bedrohlichen Situationen in Zukunft vermeiden kann.

 

TRAURIGKEIT

Die dritte der drei wichtigsten Emotionen ist die Traurigkeit.

Sie gibt uns folgende Informationen: Verlust, zum Beispiel beim Abschied von einer Person oder das Verständnis, dass ein Traum nicht wahr werden kann.

 

Die Tendenz zum Handeln: aufhören zu versuchen, etwas zu ändern, einen anderen Ausweg zu suchen, um Hilfe bitten.

 

Die Vorteile der Traurigkeit: sie ermöglicht es Ihnen, die Situation so zu akzeptieren, wie Sie ist, ohne Ihre Kraft an etwas zu verschwenden, was nicht korrigiert werden kann.

 

Schaden für Traurigkeit: wenn Traurigkeit zu stark und langwierig ist, kann sie zu Depressionen und Inaktivität führen.

Es ist uns wichtig, daran zu erinnern: unser Gedächtnis ist eng mit unseren Emotionen verbunden. Wenn wir traurig sind, erinnern wir uns normalerweise an die schweren Momente unseres Lebens, so dass es scheint, dass unser ganzes Leben nur aus Schwierigkeiten besteht. Außerdem fällt es uns schwer, die Dauer dieser Emotion einzuschätzen und wir neigen dazu zu denken, dass Sie ewig andauern wird. In Wirklichkeit vergehen alle Emotionen relativ schnell. Nach einem schweren Schock erholen sich die meisten Menschen nach einigen Monaten wieder von selbst.

 

Wie man mit Traurigkeit umgehen kann: sprechen Sie mit Ihren Lieben, denken sie darüber nach, was Sie von der Situation gelernt haben oder noch lernen können. Welche Schlussfolgerungen haben sie aus der traurigen Situation oder Lebensphase gezogen? Es ist sehr wichtig, dass Sie sich abzulenken, wenn sie traurig sind und etwas Schönes tun, auch wenn Sie es im ersten Moment nicht wollen. Wenn Sie zwei Wochen oder länger starke Traurigkeit fühlen, suchen Sie nach einer Hilfe, um Depressionen vorzubeugen.

Lesen Sie in den folgenden Beiträgen über die spezifischen Techniken, die Ihnen dabei helfen Ihre Emotionen zu regulieren.

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